Canis aureus, der Goldschakal ist ein mittelgroßer Canide, der sich in den letzten Jahrzehnten von Südosteuropa aus auf natürliche Weise nach Mittel- und Westeuropa ausbreitet. In Österreich wird er zunehmend nachgewiesen – meist noch punktuell, weshalb Monitoring und korrekte Einordnung besonders wichtig sind.
Steckbrief
• Größe: Körperlänge bis 105 cm
• Schulterhöhe: 44-50 cm,
• Gewicht: meist 10–12 kg
• Rute: eher kurz (20–30 cm), endet schwarz (Fuchs meist eine längere Rute mit weißer Spitze).
• Fell: gelblich-braun bis goldgelb, oft dunkler Rückenbereich.
• Sozialstruktur: meist monogames Paar, manchmal mit „Helfern“ (Jungtiere aus dem Vorjahr)
• Fortpflanzung: Tragezeit ~63 Tage, typischerweise 2–4 Welpen (Bandbreite aber je nach Nahrungsverfügbarkeit bis zu 12)
• Konflikte: Nutztierrisse sind in Österreich dokumentiert (regional stark unterschiedlich; z.B. in Tirol auch Goldschakal-Zuordnungen bei Schafen).
Lebensraum und Verhalten
Goldschakale sind anpassungsfähig und nutzen ein sehr breites Spektrum an Lebensräumen – von offenen, trockenen Landschaften bis hin zu Agrarmosaiken, Feuchtgebieten und Waldrändern, oder in Österreich sogar Wäldern. In stärker vom Menschen geprägten Regionen sind sie häufig nachtaktiv, und bisher sind sie in Österreich mit ihrer sehr scheuen Lebensweise eher in Schutzgebieten als in Siedlungsnähe zu finden.
Ernährung ist opportunistisch
Goldschakale fressen flexibel, je nach Angebot: Kleinsäuger (v.a. Nagetiere) sind häufig ein Hauptanteil; dazu kommen Aas (z.B. Fallwild, Aufbrüche/Innereien), mittelgroße Säugetiere (je nach Region), Insekten sowie pflanzliche Nahrung wie Früchte.
Warum breitet sich der Goldschakal in Europa aus?
Die aktuelle West- und Nordausbreitung gilt als eine der dynamischsten Arealerweiterungen europäischer Säugetiere (Mesoprädatoren) und wird u.a. mit menschlich beeinflussten Landschaften und guter Nahrungsverfügbarkeit (vor allem im Winter, etwa durch Aufbruch) in Verbindung gebracht.
Situation in Österreich
Für Österreich wäre eine systematische Beobachtung zentral, weil hohe Dichten (wie teils in Kerngebieten Südosteuropas) hier bislang nicht nachgewiesen sind und sich Verbreitung und die tatsächliche Etablierung regional noch entwickeln. Gerade die „Ausbreitungsfront“ z.B. im Burgenland Richtung Ungarn oder in der Steiermark, auch in Teilen Kärntens und Tirols, gilt als wichtig für das langfristige Monitoring.
Der Goldschakal gilt grundsätzlich nicht als gefährdet und ist in der FFH-Richtline im Anhang V verankert. Betreffend Bejagung gelten in Österreich je nach Bundesland verschiedene Regelungen, in ist er z.B. streng geschützt.
Wenn Sie einen Goldschakal auf der Wildkamera sichten, melden Sie sich bitte: office@goldschakal.at bzw. mittelf Formular: https://www.goldschakal.at/zur-online-meldung/
Wir bedanken und herzlich bei Fr. Dr. Jennifer Hatlauf für die Gestaltung dieses Beitrages und wenn Sie mehr über den Goldschakal erfahren möchten, verweisen wir auf das brandaktuelle Buch von Dr. Jennifer Hatlauf: “Der Goldschakal – Lebenskünstler auf leisen Pfoten (Band 1)” Ein Standardwerk für Naturinteressierte, Jäger*innen und alle, die mehr über den Goldschakal wissen möchten.
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