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Schusterkäfer

Die Gemeine Feuerwanze


Pyrrhocoris apterus gehört zur Familie der Feuerwanzen. Die sehr auffallend gefärbten Tiere werden meist einfach Feuerwanzen genannt, im Volksmund aber auch als Schuster- oder Feuerkäfer bezeichnet, also irrtümlich für einen Käfer gehalten. Hier möchte ich gerne auf den gravierenden Unterschied eingehen. Käfer und z.B. auch Schmetterlinge machen zum Unterschied zu Wanzen eine „Vollkommene Entwicklung“ durch. D.h. aus dem Ei entwickelt sich eine Larve (beim Maikäfer als Engerling bekannt), diese verpuppt sich und daraus schlüpft dann das fertige Insekt. Bei Wanzen und z.B. auch Heuschrecken schlüpfen aus den Eiern Larven die man auch Nymphen nennt, das sind Tiere die bereits annähernd wie das fertige Insekt aussehen, jedoch erst nach einigen Häutungen die endgültige Größe und Geschlechtsreife erreichen. Dies wird als „Unvollkommene Entwicklung“ bezeichnet. Die Wanzen leben gesellig, so dass man sie in den von ihnen bevorzugten Lebensräumen häufig in großer Zahl findet. Sie leben in praktisch allen gemäßigten Zonen Europas und Asiens.
Die Gemeine Feuerwanze erreicht eine Körperlänge von 0,5 bis 1 Zentimeter. Ihre Körperform ist oval, die Oberseite flach, die Unterseite gewölbt. Der Kopf ist dick und kaum länger als breit. An den recht kurzen und dicken, viergliedrigen Fühlern ist das dritte Glied kürzer als das zweite und das vierte.
Die Feuerwanze ist durch ihre auffallend rot-schwarze Färbung und Zeichnung fast unverwechselbar. Die Fühler und der Kopf sind schwarz gefärbt. Der Halsschild ist am Rand rot mit einem annähernd rechteckigen, schwarzen Fleck an der Unterseite und die Beine sind schwarz. Die Flügel stark verkürzt, sodass sie damit nicht fliegen können. Vereinzelt gibt es aber auch Männchen mit flugfähig entwickelten Flügeln.
Bereits bei den ersten warmen Sonnenstrahlen im März verlassen sie ihre Winterquartiere.
Feuerwanzen leben in Bodennähe von Laubbäumen, wie Linden und Robinie. Sie überwintern in Mauerritzen und Bodenstreu. Sie ernähren sich hauptsächlich von Samen, bevorzugt von Linden, Robinien und Malven. Auch Pflanzensäfte werden aufgenommen und Milben und Läuse ausgesaugt.

Je nach Witterung findet die Paarung von März bis Mai statt und dauert oft mehr als einen ganzen Tag. Die Pärchen sind dabei am Hinterleib miteinander verbunden und bewegen sich währenddessen auch noch fort. Danach legt das Weibchen ungefähr 60 Eier. Die daraus schlüpfenden Larven häuten sich in rund 40 Tagen fünfmal, bis sie ausgewachsene Jungtiere sind. Kommuniziert wird über Duftstoffe, sogenannte Pheromone.

Die Tiere stellen für den Menschen keine Gefahr dar, können jedoch unangenehme Duftstoffe verbreiten.