Alces alces, ist die größte Hirschart der Erde. Sein Verbreitungsgebiet umfasst die borealen Wälder Europas, Nordamerikas und Asiens. Je nach Lebensraum werden verschiedene Unterarten unterschieden. Der Europäische Elch, Alces alces alces, ist die kleinste Art von allen. Hier erreichen erwachsene, männliche Tiere ein Gewicht von bis zu 500kg, während Tiere der amerikanischen bzw. asiatischen Unterarten bis zu 800kg schwer werden. Die Elchkühe sind in der Regel um etwa ein Drittel leichter als die Bullen. Die Elche haben einen sehr kurzen, massigen Körper, welcher auf langen Beinen steht. So kann die Schulterhöhe bis zu 2,3 Metern und die Kopf-Rumpf-Länge bis zu 3 Metern erreichen. An den Wirbel der Brustwirbelsäule befinden sich verlängerte Dornfortsätze an denen Bänder und Muskeln ansetzen, die helfen das schwere Geweih (besonders bei nordamerikanischen Unterarten) zu tragen. Die Ohren sind breit und spitz zulaufend, beiden Geschlechtern ziert ein mehr oder weniger langer Kinnbart und die Oberlippe ist überhängend. Die Haare sind grob und hart und haben eine durchschnittliche Länge von ca. 15cm. Die Fellfarbe ist in der Regel rotbraun bis schwarzbraun und die Beine sind in der normalerweise heller als der Rest des Körpers. Anders als andere Hirscharten fehlt beim Elch der Spiegel (helle Haare rund um den After). Einzelne Exemplare können gravierend von der allgemeinen Färbung abweichen. Nur die männlichen Elche tragen ein Geweih, welches jährlich abgeworfen und wieder neu gebildet wird.
Im Bild: Elch mit fertigem Geweih
Nachdem das Bastgeweih vergegt wurde präsentiert sich der Elch ab ca. September mit seinem fertigen Geweih.
Die Elchkälber sind im Gegensatz zu Jungtieren anderen Hirscharten nicht gefleckt. Grundsätzlich sind die Elche in ihren Lebensraumansprüchen sehr anpassungsfähig, bevorzugen aber Waldgelände, am liebsten von zahlreichen Gewässern durchsetzt. Als Selektierer fressen sie hauptsächlich sehr energiereiche Pflanzen, wie junge Baumtriebe, frisches Laub und Wasserpflanzen. Nur Jungtiere fressen auch vermehrt Gras. Elche sind Einzelgänger und tagaktiv, nur in der Brunft, welche im Herbst stattfindet, gesellen sich mehrere Tiere zusammen, wobei die Bullen um ihre Brunftplätze bzw. Elchkühe kämpfen. Die Tragzeit beträgt ca. 8 Monate und meist wird nur ein Kalb geboren. Die Kälber sind bei der Geburt ca. 10 bis 15kg schwer und 70 bis 80cm groß. Bereits nach rund 20 Minuten nach der Geburt kann das Kalb der Elchmutter folgen. Die Jungtiere werden anfangs täglich mit bis zu 3 Litern Milch versorgt und bleiben etwa ein Jahr bei der Mutter. Nach ca. 16 Monaten werden die Jungtiere geschlechtsreif. Die Lebenserwartung in Freiheit beträgt rund 15 Jahre. In Gefangenschaft können die Tiere wesentlich älter werden. Die natürlichen Feinde des Elches sind je nach Lebensraum, Wölfe, Bären, Pumas, Luchse und Vielfraße. Hauptsächlich fallen den Prädatoren Jungtiere zum Opfer. Aber auch der Klimawandel setzt den Elchen massiv zu. Temperaturen von bis zu minus 50° Celsius sind für sie kein Problem, zw. plus 10 und 20° fühlen sie sich am wohlsten aber darüber verfallen sie in einen Hitzestress. Auch das durch den Klimawandel bedingte häufigere Auftreten von Insekten, speziell Zecken, setzt ihnen zu. Generell gelten Elche jedoch nicht als gefährdet.
Aus aktuellem Anlaß – Elch Emil auf Wanderschaft durch Österreich – wurde unser Obmann zu einem Interview bei OE24 eingeladen.
